Geschichte des königlichen Jagdhauses

29. August 1855 - Die königlichen Prinzen kommen zu Besuch in das Gesso-Tal. Viktor Emanuel II. ist davon fasziniert. Die Gemeinde Valdieri tritt Teil ihrer Ländereien als privates Jagd- und Fischereirevier an den italienischen König ab.

21. Juni 1857 - Die Gemeinde Entracque beschließt, einen Teil ihres Gebietes abzutreten. Das königliche Jagdrevier umfasst einen weiten Bereich des gegenwärtigen Parco delle Alpi Marittime.

21. August 1868 - Die Gemeinde Valdieri überlässt den Savoyern auch die Nutzungsrechte. Dies führt zur Errichtung von Gebäuden in S. Anna di Valdieri, in S. Giacomo und auf der Valasco-Hochebene.

Das Projekt eines 'Landhauses' in der Gegend von Valasco, jedoch anders konzipiert als das heutige Gebäude, geht auf September 1868 zurück.

Auf einem Foto, vermutlich aus dem Jahr 1878, sind ein Gebäude, die hinteren, noch heute zu sehenden Stallungen und ein dem Südflügel des gegenwärtigen Jagdhauses ähnelnder Flügel abgebildet. Man kann somit davon ausgehen, dass das ursprüngliche Gebäude zwischen 1868 und 1870 errichtet wurde. Der Bau des Gebäudes in seiner heutigen Form dürfte nach 1878 erfolgt sein.

In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts existierten vier Gebäude auf der Valasco-Ebene: Das Chalet, das den König während der Treibjagden beherbergte, zwei Gebäude auf der Rückseite, die als Unterkunft für die Wachen und als Pferdestall dienten, sowie ein Gebäude auf der anderen Seite des Wildbachs, das als Unterbringung für Schäfer benutzt wurde und von dem noch ein Foto von Anfang des 20. Jahrhunderts existiert.

Das 'Jagdhaus' wird in Dokumenten aus dem Jahr 1899 erwähnt. Man geht daher davon aus, dass der Bau zwischen 1880 und 1899 erfolgt sein muss.

Im Ersten Weltkrieg wurde das Chalet mit Erlaubnis des Königs beschlagnahmt und in eine Kaserne für 250 Männer mit dazugehörigen Stallungen verwandelt.

In den 20er Jahren wurden Reparaturarbeiten vorgenommen und das Dach mit Schieferplatten erneuert. Gegen Ende der 20er Jahre erfolgten umfangreiche Straßenarbeiten durch das Militär und die Aufforstung des Tals. In dieser Zeit wurde das Chalet als Werkzeuglager und Unterkunft für die Arbeiter verwendet. Ein schwerer Brand während dieser Zeit verursachte erhebliche Schäden am Dach, das später von der Militärverwaltung erneuert wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Chalet erneut von den Truppen genutzt. Mit Ende des Krieges endete auch die Nutzung zu militärischen Zwecken.

Im Laufe mehrerer Besitzwechsel während der Nachkriegszeit ging das Gebäude 1958 von Jolanda von Savoyen auf Privateigentümer und zuletzt auf die heutigen Besitzer über.

Ab den 60er Jahren wurde das Chalet vorwiegend landwirtschaftlich genutzt und diente oft als Unterkunft für den Senner, der seine Rinder im Hochtal weiden ließ, bis ein Brand im Jahr 1993 erneut das Dach zerstörte.

Die im Jahr 2002 begonnenen Restaurierungsarbeiten führten zur heutigen Bestimmung des Chalets als Alpenschutzhütte mit Bar und Restaurant.

 
Foto © Fotoarchiv Giorgio Ferrero - Entracque (CN) - Mobil: 339 6848144
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